{"id":2263,"date":"2019-08-13T17:40:24","date_gmt":"2019-08-13T15:40:24","guid":{"rendered":"https:\/\/schleese-sattel.de\/?p=2263"},"modified":"2019-09-30T22:19:03","modified_gmt":"2019-09-30T20:19:03","slug":"die-neun-punkte-der-sattelanpassung","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/schleese-sattel.de\/en\/blog\/die-neun-punkte-der-sattelanpassung\/","title":{"rendered":"Die Neun Punkte der Sattelanpassung"},"content":{"rendered":"<p>Es geht auf den Fr\u00fchling zu und da liegt es nahe, dass wir dar\u00fcber nachdenken, ob unsere gesamte Ausr\u00fcstung, unser Zaumzeug und Sattelzeug in den kommenden intensiven Trainingsmonaten und auf den Turnieren, an denen wir teilnehmen m\u00f6chten, auch funktioniert.<\/p>\n<h2>Saddle Fit<\/h2>\n<p>Vor allem, wenn Sie Ihrem Pferd in den Wintermonaten eine Trainingspause geg\u00f6nnt haben, sollten Sie sicherstellen, dass der Sattel wieder neu angepasst wird, damit es sich wohlf\u00fchlt und unbeschwert Muskulatur aufbauen kann, wenn Sie wieder ernsthaft beginnen, zu trainieren. Es kann vier Wochen dauern, bis ein Muskel sich bei korrektem und konsequentem Training neu aufbaut und es dauert nur eine einzige Woche, bis er sich in seine nat\u00fcrliche Form zur\u00fcckbildet. Letzteres nennt man negative Muskelentwicklung. Daher kommt es auch, dass Sie vielleicht schon nach einer einw\u00f6chigen Trainingspause das Gef\u00fchl haben, dass Ihr Sattel nicht mehr so optimal passt, wie zuvor. In diesem Fall sollten Sie den Sattel von einem zertifizierten Sattelanpasser \u00fcberpr\u00fcfen und neu anpassen lassen, bevor Sie mit dem Training beginnen.<\/p>\n<p>Eine Schnelldiagnose umfasst unsere Neun Punkte der Sattelanpassung. Videos zu diesem Thema gibt es auf unserem Youtube Kanal zu sehen. Im Folgenden erl\u00e4utere ich kurz alle Punkte und werde sie in den n\u00e4chsten Wochen ausf\u00fchrlicher in diesem Blog besprechen. Mein Gef\u00fchl ist, dass diese zeitlos geltenden Informationen gar nicht oft genug wiederholt werden k\u00f6nnen.<\/p>\n<h3>1. Sattel-Balance<\/h3>\n<p>Ein Sattel der im Bereich des Vorderzwiesels zu hoch und hinten am Hinterzwiesel zu niedrig liegt, verursacht Druck auf den Pferder\u00fccken. Das Pferd hat es schwer, den R\u00fccken aufzuw\u00f6lben, da zu viel Reitergewicht auf seinen letzten beiden freien Rippen aufliegt. Ist Ihr Sattel vorne zu niedrig, dr\u00fcckt er auf die Pferdeschulter, was das Pferd sehr behindert. Er liegt dann hinten zu hoch, Ihr Bein rutscht nach vorne und Sie fallen in den Stuhlsitz, um Ihre Balance zu halten. Das kann die unteren Bandscheiben des Reiters belasten. Der Sattel sollte so liegen, dass Vorder- und Hinterzwiesel auf einer H\u00f6he sind.<\/p>\n<h3>2. Widerristfreiheit<\/h3>\n<p>\u00dcber dem Widerrist und an seinen Seiten sollten 2-3 Fingerbreit Raum sein. Der Sattel muss an den Seiten des Widerrists diese zwei bis drei Fingerbreit Abstand zur Wirbels\u00e4ule des Pferdes lassen, damit die Schulter in der Bewegung ungehindert nach oben und hinten rotieren kann. Dr\u00fcckt der Sattel am Widerrist, geht das Pferd vielleicht nur z\u00f6gerlich vorw\u00e4rts. Extremere Anzeichen f\u00fcr mangelnde Widerristfreiheit sind Stellen mit wei\u00dfem Haar (im Gegensatz zu \u00fcberall verstreuten, einzelnen wei\u00dfen Haaren) oder Druckstellen oben am Widerrist oder an seinen Seiten.<\/p>\n<h3>3. Kissenkanalbreite<\/h3>\n<p>Ein Sattel mit einem zu engen oder zu weiten Kissenkanal\u00a0kann den Pferder\u00fccken dauerhaft sch\u00e4digen. Die Breite der Pferdewirbels\u00e4ule ist entscheidend f\u00fcr die Breite des Kissenkanals. Das gilt f\u00fcr die gesamte Sattell\u00e4nge.<\/p>\n<h3>4. Vollst\u00e4ndig aufliegende Sattelkissen<\/h3>\n<p>Vergewissern Sie sich, dass die Sattelkissen \u00fcberall gleichm\u00e4\u00dfigen Kontakt zum Pferder\u00fccken haben. Auf diese Weise wird das Reitergewicht auf einer Fl\u00e4che von etwa 220 Quadratzoll, das sind etwa 1420 Quadratzentimeter, verteilt. Diese Fl\u00e4che endet an der letzten Rippe. Die Sattelkissen d\u00fcrfen keine Br\u00fccke bilden oder schaukeln, also nur in der Mitte aufliegen.<\/p>\n<h3>5. Die Lage der Gurtstrupfen<\/h3>\n<p>Die Gurtstrupfen sollten lotrecht zum Boden h\u00e4ngen. Wenn sie zu weit nach hinten h\u00e4ngen, werden sie mitsamt dem Sattel durch die Schwerkraft nach vorne in die Gurtregion gezogen. Der Gurt findet seine Lage immer an der engsten Stelle des Brustkorbs. Dadurch ger\u00e4t der Sattel nach vorne auf die Pferdeschulter.\u2028H\u00e4ngen die Gurtstrupfen dagegen zu weit vorne in der Ellbogenregion, k\u00f6nnten sie dazu f\u00fchren, dass die Ellbogen des Pferdes schmerzen. Die Schwerkraft wird den Sattel dann zur\u00fcck in die Gurtregion ziehen. Das f\u00fchrt dazu, dass zu viel Druck auf die hinteren Sattelkissen verlagert wird.<\/p>\n<h3>6. Die Geradheit des Sattels<\/h3>\n<p>Geradheit bedeutet, dass die Sattelmitte an der Wirbels\u00e4ule des Pferdes ausgerichtet ist. Pferde sind von Natur aus schief. Meist ist die linke Pferdeschulter gr\u00f6\u00dfer und besser bemuskelt als die rechte. Die gr\u00f6\u00dfere Schulter schiebt den Sattel in der Bewegung hin\u00fcber auf die andere Seite. Sitzt der Reiter schief, \u00fcbt er auf einer Seite st\u00e4rkeren Druck auf die Sattelkissen aus, was zur Folge hat, dass der Sattel auch auf diese Seite gedr\u00fcckt wird.<\/p>\n<h3>7. Die L\u00e4nge des Sattels ( Schauen Sie sich das Bild Nr. 5 oben an)<\/h3>\n<p>Die L\u00e4nge der Sattelauflagefl\u00e4che des Pferdes bestimmt, wie lang die Sattelkissen sein d\u00fcrfen. Der Sattel muss hinter der Schulter liegen. Ein zu langer Sattel wird h\u00e4ufig nach vorne auf die Schulter gedr\u00fcckt. Ein Sattel darf nicht \u00fcber die letzte freie Rippe am 18. Brustwirbel hinausreichen.<\/p>\n<h3>8. Winkel des Kopfeisens<\/h3>\n<p>Der Winkel des Baumes, der an den Ortspitzen des Kopfeisens gemessen wird, orientiert sich am Winkel der Pferdeschultern. In der Bewegung rotiert die Pferdeschulter nach oben und hinten. \u00dcberpr\u00fcfen Sie, ob die vordere Naht Ihres Sattels den gleichen Winkel hat, wie die Pferdeschulter. Wenn das so ist, ist der Winkel des Sattelbaums korrekt angepasst.<\/p>\n<h3>9. Die Weite des Baums<\/h3>\n<p>Die Weite des Sattelbaumes an den Kopfeisen muss den Pferdeschultern gen\u00fcgend Raum lassen, so dass sie unter dem Baum frei rotieren k\u00f6nnen. Ist der Sattelbaum zu weit, kann es sein, dass der gesamte Sattel beim Reiten von einer Seite zur anderen wippt oder rutscht. Manchmal rutscht auch nur der hintere Teil des Sattels auf die eine oder andere Seite.<br \/>\nDie Weite und der Winkel des Sattelbaums m\u00fcssen aufeinander abgestimmt werden. Die L\u00f6sung dieses Problem besteht nicht darin, die vertikalen Kissen mehr oder weniger zu f\u00fcllen. Was angepasst werden muss, ist nicht die F\u00fcllung, sondern das Kopfeisen. Einige der selbst anpassbaren Kopfeisen k\u00f6nnen zwar im Winkel, aber in der Widderristregion nicht in der Weite angepasst werden.<\/p>\n<p>Hoffentlich helfen Ihnen diese grunds\u00e4tzlichen Tipps weiter und Sie k\u00f6nnen sicherstellen, dass Ihr Pferd gen\u00fcgend Bewegungsfreiheit hat, um zur vollen Leistungsf\u00e4higkeit bereit zu sein, so dass Sie sich und Ihr Pferd auf eine erfolgreiche Turniersaison vorbereiten k\u00f6nnen.<\/p>\n<p>Viel Spa\u00df beim Reiten!<\/p>","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Es geht auf den Fr\u00fchling zu und da liegt es nahe, dass wir dar\u00fcber nachdenken, ob unsere gesamte Ausr\u00fcstung, unser Zaumzeug und Sattelzeug in den kommenden intensiven Trainingsmonaten und auf den Turnieren, an denen wir teilnehmen m\u00f6chten, auch funktioniert. 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