{"id":2528,"date":"2019-08-10T14:36:04","date_gmt":"2019-08-10T12:36:04","guid":{"rendered":"https:\/\/schleese-sattel.de\/?p=2528"},"modified":"2019-09-30T21:38:36","modified_gmt":"2019-09-30T19:38:36","slug":"die-sattelpassform-und-der-rockn-roll","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/schleese-sattel.de\/en\/blog\/die-sattelpassform-und-der-rockn-roll\/","title":{"rendered":"Die Sattelpassform und der Rock&#8217;n Roll"},"content":{"rendered":"<p>Es kommt oft vor, dass die Alleswisser auf den billigen Pl\u00e4tzen der Meinung sind, dass die Sattelpassform ihrer Mitstreiter nicht stimmen, weil sie zu viel Schwung im R\u00fccken haben, weil sie also nicht platt auf dem Pferder\u00fccken aufliegen. Dies ist ein Missverst\u00e4ndnis. In Wirklichkeit hat unser Wahnsinn Methode und wir bauen S\u00e4ttel aus gutem Grund so und passen sie auch so an. Lassen Sie es mich erkl\u00e4ren&#8230;<\/p>\n<p>Die Sattelunterst\u00fctzungsfl\u00e4che oben auf den Rippen des Pferdes ist normalerweise immer von vorne bis hinten flach. Die Mehrzahl aller Sattelb\u00e4ume weist einen leichten Bogen auf, so dass die Schulter, die sich zwischen f\u00fcnfzehn und zwanzig Zentimetern nach hintenoben bewegt, gen\u00fcgend Raum hat.<\/p>\n<p>Der R\u00fccken, von dem wir m\u00f6chten, dass er in der Bewegung mitschwingt, sollte sich aufw\u00f6lben k\u00f6nnen, ohne dabei vom hinteren Sattelbaum gest\u00f6rt zu werden. Die gro\u00dfz\u00fcgige F\u00fcllung der Kissen am Vorder- und Hinterzwiesel soll diese Regionen besonders abpolstern.<\/p>\n<p>Um den Sattel zu stabilisieren wurde bei der Konstruktion von S\u00e4tteln vorrangig darauf geachtet, die Gewicht tragende Oberfl\u00e4che von vorne bis hinten zu vergr\u00f6\u00dfern. Manche Sattelhersteller gehen hier noch einen Schritt weiter und legen den Baum noch gerader aus, um ein Schaukeln des Sattels zu vermeiden.<\/p>\n<p>Neuere Forschungsarbeiten setzen Thermographie, elektronische Sattelunterlagen, Glasfaserfotografie und andere hochmoderne Technologien ein, die zeigen, dass im Gegensatz zur allgemeinen Auffassung ein total flach aufliegender, augenscheinlich \u201eperfekt sitzender\u201c Sattel die Bewegung des Pferdes behindern und W\u00e4rme, Reibung und infolgedessen auch Satteldruck oder R\u00fcckenschmerzen ausl\u00f6sen kann.<\/p>\n<p>Die Herausforderung f\u00fcr unsere Sattelanpasser besteht darin, den Sattel so anzupassen, dass er tats\u00e4chlich etwas schaukeln kann, ohne aber zu wippen.\u00a0Der Gleichgewichtspunkt des Sattels liegt entweder vorne, in der Mitte oder hinten. Das erreicht man, indem man die Oberseite des Sattelbaums dem Stil des Sattels oder dem K\u00f6rper des Reiters anpasst.<\/p>\n<p>Die Unterseite des Baums und der Kissen wird auf den Pferder\u00fccken zugeschnitten. Egal in welchem Sattel Sie reiten, Ihr Gewicht sollte mit der gr\u00f6\u00dftm\u00f6glichen Sorgfalt in einem Verh\u00e4ltnis von 30 : 40 : 30 auf die drei Abschnitte des Pferder\u00fcckens verteilt werden. W\u00e4hrend der Komfort f\u00fcr das Pferd bei den meisten Reitern h\u00f6chste Priorit\u00e4t hat, wird dem Komfort der Reiterin oder des Reiters weniger Aufmerksamkeit gewidmet. Dabei ist es mindestens genauso wichtig, dass der Sattel der reitenden Person passt, andernfalls kann ein Pferd sich niemals wohlf\u00fchlen, egal, wie gut der Sattel ihm passt.<\/p>\n<p>Wenn Sie als Reiter\/in permanent gegen den Sattel ank\u00e4mpfen, \u00fcbertr\u00e4gt sich ihr Unbehagen aufs Pferd und beeinflusst sein Wohlbefinden und seine Bewegungsqualit\u00e4t.\u00a0Machen Sie niemals Kompromisse bei der Sattelpassform f\u00fcrs Pferd, indem Sie Pads oder \u00c4hnliches benutzen, um den Sattel f\u00fcr den Reiter bequemer zu machen.<\/p>\n<h2>Sattelpassform in 15 Punkten<\/h2>\n<p>Bei jedem Sattel gibt es 15 Punkte, die darauf ausgerichtet sind, die Passform f\u00fcr die reitende Person zu \u00fcberpr\u00fcfen. Sie haben nichts damit zu tun, ob der Sattel dem Pferd passt und die Sitzbalance ist nur einer der 15 Punkte!<\/p>\n<p>Ein nach vorne gelagerter Gleichgewichtspunkt ist derzeit sehr popul\u00e4r und steht im kompletten Kontrast zum nach hinten gelagerten Gleichgewichtspunkt, der 1986 weit verbreitet war. Damals kamen wir gerade aus Deutschland nach Kanada. Die beliebtesten S\u00e4ttel hatten damals ihren Gleichgewichtspunkt nach hinten verlagert.<\/p>\n<p>Heutzutage haben wir eine weit entwickelte Technologie, die es uns erlaubt, den Pferder\u00fccken und die Muskulatur des Pferdes besser zu verstehen. Deshalb unternehmen wir jede Anstrengung, um Gewicht vom Pferder\u00fccken zu nehmen oder es zumindest zu reduzieren. Dies betrifft vor allem die Region hinter dem 18. Brustwirbel, da hier die Sattelunterst\u00fctzungsfl\u00e4che endet.<\/p>\n<p>Diese Anstrengungen verlaufen im Sand, wenn es der Reiterin unm\u00f6glich ist, im Gleichgewicht zu sitzen oder einer der anderen 14 Punkte der \u201eSattelanpassung f\u00fcr den Menschen\u201c nicht ber\u00fccksichtigt wurde. Die Reiterin wird sich unbewusst sch\u00fctzen wollen und sich weiter nach hinten schieben, sodass der Druck auf den Pferder\u00fccken doppelt so stark wird. Die Reiterin verspannt sich, f\u00fchlt sich unwohl und wird starr, und das Pferd wird im Bewegungsfluss behindert.<\/p>\n<p>Ich empfehle jeder Reiterin, sich einen Sattel auszusuchen, der ihr in allen Punkten passt. Ist dies der Fall, kann der Sattel leicht an das zweite Individuum im Team, ans Pferd, angepasst werden. Dann k\u00f6nnen alle drei, Pferd, Reiter und Sattel, zu einer Einheit verschmelzen.<\/p>\n<p>Die Sattelanpassung besteht tats\u00e4chlich aus drei Bausteinen. Man passt an die Reiterin an, man passt ans Pferd an und daraus ergibt sich der dritte Baustein, die Harmonie. Harmonie kann man nicht erreichen, wenn nur einer der beiden anderen Bausteine funktioniert.<\/p>\n<p>Ich w\u00fcrde gerne mit einem Zitat abschlie\u00dfen, dass ich h\u00e4ufig von Richtern geh\u00f6rt habe.<\/p>\n<blockquote><p>Das Pferd kann nur so gut sein, wie sein Reiter.<\/p><\/blockquote>\n<p>Der Sattel ist ein wichtiges Mittel, um die bestm\u00f6gliche Leistung beider zu erm\u00f6glichen. Die\u00a0Kraft des Pferdes wird von seiner Hinterhand durch den Sattel auf die Vorhand \u00fcbertragen und die Geschmeidigkeit des Reiters flie\u00dft mit der des Pferdes zusammen, wenn alles harmonisch ist.<\/p>\n<p><strong>Hier noch einige \u00e4u\u00dfere Einflusspunkte der Sattelanpassung:<\/strong><\/p>\n<p>Reiter\/in:<\/p>\n<ul>\n<li>K\u00f6nnen verbessert sich<\/li>\n<li>Wechsel der reiterlichen Disziplin<\/li>\n<li>Neuer Trainer mit anderen Erwartungen<\/li>\n<li>Neues Pferd<\/li>\n<li>Gewichtszunahme, Gewichtsverlust<\/li>\n<\/ul>\n<p>Sattel:<\/p>\n<ul>\n<li>Die F\u00fcllung verschiebt sich<\/li>\n<li>Der Zustand des Leders<\/li>\n<li>Der Baum verdreht sich entsprechend ungleich zur entwickelten Muskulatur des Pferdes oder des Reiters<\/li>\n<li>Das Kopfeisen weitet sich<\/li>\n<li>Die Sitzpolsterung setzt sich<\/li>\n<\/ul>\n<p>Horse:<\/p>\n<ul>\n<li>Training \/ Verfassung \/ Alter<\/li>\n<li>Ver\u00e4nderungen der F\u00fctterung<\/li>\n<li>Gesundheitsschwankungen<\/li>\n<li>Ver\u00e4nderung der Hufbearbeitung, anderer Beschlag<\/li>\n<\/ul>","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Es kommt oft vor, dass die Alleswisser auf den billigen Pl\u00e4tzen der Meinung sind, dass die Sattelpassform ihrer Mitstreiter nicht stimmen, weil sie zu viel Schwung im R\u00fccken haben, weil sie also nicht platt auf dem Pferder\u00fccken aufliegen. 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