{"id":2533,"date":"2019-08-08T14:42:57","date_gmt":"2019-08-08T12:42:57","guid":{"rendered":"https:\/\/schleese-sattel.de\/?p=2533"},"modified":"2019-09-30T22:16:50","modified_gmt":"2019-09-30T20:16:50","slug":"frauensattel-und-die-passform-des-sattels","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/schleese-sattel.de\/en\/blog\/frauensattel-und-die-passform-des-sattels\/","title":{"rendered":"Frauensattel und die Passform des Sattels"},"content":{"rendered":"<p>Das weibliche Becken besitzt ein k\u00fcrzeres Steissbein und das H\u00fcftgelenk ist zur Seite gewinkelt, w\u00e4hrend das m\u00e4nnliche Becken ein l\u00e4ngeres Steissbein hat und die H\u00fcftgelenke steiler geformt sind, so dass das Bein gerade herab h\u00e4ngen kann.<br \/>\nDie Anatomie ist genau wie das Geschlecht der reitenden Person ein entscheidender Bestandteil der Sattelpassform. M\u00e4nner haben es generell leichter, wenn es darum geht, einen passenden Sattel zu finden, da S\u00e4ttel traditionell von M\u00e4nnern f\u00fcr M\u00e4nner gebaut wurden. Aber auch wenn Frauen anatomisch benachteiligt sind, k\u00f6nnen sie diese Nachteile mit Hilfe von \u00dcbungen und Muskelaufbau in einem Sattel, der ihre Anatomie ber\u00fccksichtigt ausgleichen und genauso auf dem Pferd sitzen, wie ein m\u00e4nnlicher Reiter.<\/p>\n<p>Vor allem in der Dressur ist es durch die Form des weiblichen H\u00fcftgelenks f\u00fcr Frauen schwierig, die klassische Lotrechte von Schulter, H\u00fcfte und Absatz zu erreichen. Es tut weh, auf dem Schambein zu sitzen, und infolgedessen kippen viele Frauen das Becken, um dem Schmerz auszueichen. Dadurch ger\u00e4t das Bein nach vorne und statt sich aufs Reiten zu konzentrieren, ringt die Reiterin permanent um den richtigen Sitz.<\/p>\n<p>Die H\u00fcftpfanne liegt beim Mann weiter vorne, so dass seine Beine gerade nach unten h\u00e4ngen k\u00f6nnen. Au\u00dferdem ist bei den meisten M\u00e4nnern der Oberschenkel (H\u00fcftknochen bis Kniescheibe) etwa genauso lang, wie der Unterschenkel (Kniescheibe bis Fu\u00dfkn\u00f6chel). Das bedeutet, dass ihr Bein in einer normalen Steigb\u00fcgelriemenaufh\u00e4ngung, der Sturzfeder, gerade herab h\u00e4ngt. Bei Frauen muss die Sturzfeder generell verl\u00e4ngert werden, damit ihre Beine den Schwerpunkt finden k\u00f6nnen, denn bei den meisten Frauen sind die Oberschenkel l\u00e4nger als die Unterschenkel, wodurch sie nach vorne h\u00e4ngen und die Reiterin noch st\u00e4rker in den Stuhlsitz gezogen wird.<\/p>\n<p>Der Sitz und die Balance einer reitenden Person sind die Schl\u00fcsselelemente jeder reiterlichen Disziplin. Am wichtigsten sind sie in der Dressur, da hier am h\u00e4ufigsten ausgesessen wird. Die Sitzbeine sind das wichtigste Element f\u00fcr einen ausbalancierten Reitersitz. Aber auch die Ges\u00e4\u00dfmuskulatur spielt eine wichtige Rolle. Da das Steissbein des Mannes l\u00e4nger ist und seine Glutealmuskeln weiter unten liegen, braucht er im hinteren Bereich des Sattels weniger Unterst\u00fctzung als die meisten Frauen. Reiterinnen sitzen oft krumm, um vom Sattel unterst\u00fctzt zu werden. Dadurch bekommen sie R\u00fcckenschmerzen, denn die nat\u00fcrliche Kurve ihrer Wirbels\u00e4ule kann dann beim Reiten nicht mehr als Sto\u00dfd\u00e4mpfer wirken<\/p>\n<p>M\u00e4nner behindert die Lage ihrer Sitzbeine weniger als die meisten Frauen. M\u00e4nner haben zwei v-f\u00f6rmige Sitzbeinh\u00f6cker, die dicht zusammen liegen und als Zweibeinst\u00fctze wirken. Obwohl sich viele Sattelhersteller in der Vergangenheit mit dieser Knochenstruktur befasst haben, waren es traditionellerweise vor allem M\u00e4nner, die im Sattel sa\u00dfen. Frauen stellen an diesem Punkt komplexere Anforderungen und ungl\u00fccklicherweise reiten viele Frauen in S\u00e4tteln, die f\u00fcr M\u00e4nner gemacht wurden, was wiederum zum bereits angesprochenen Stuhlsitz f\u00fchrt.<\/p>\n<p>Frauen haben eine Vielzahl an H\u00fcftformen, die allesamt ber\u00fccksichtigt werden m\u00fcssen, wenn man einen Sattel baut. Anders als der V-f\u00f6rmige Sitz des Mannes, ist der Sitz einer Frau meist flach. Zus\u00e4tzlich haben Frauen ein ausladenderes und weiter unten liegendes Schambein. Die Kombination dieser drei Knochenstrukturen l\u00e4sst Frauen auf einer Dreibeinst\u00fctze sitzen und das ist f\u00fcr die meisten Frauen ein Problem. Wenn n\u00e4mlich ihr Becken aufgerichtet ist, wird der Vorderzwiesel unweigerlich das Schambein st\u00f6ren. Wird dann die Bauchmuskulatur eingesetzt, ist es fast unm\u00f6glich, im Gleichgewicht und mit guter Unterst\u00fctzung von hinten im Sattel zu sitzen.<\/p>\n<p>Traditionell f\u00fcr M\u00e4nner konstruierte S\u00e4ttel sind in der Schrittpartie ziemlich breit, haben aber einen engen Sitz. In solch einem Sattel hat die Reiterin das Gef\u00fchl, ihre Beine w\u00fcrden aus dem H\u00fcftgelenk nach au\u00dfen geschoben, und\/oder sie sitzt auf der Naht. Die Anatomie fordert hier einen genau umgekehrt konstruierten Sattel, bei dem die Schrittpartie\/der Twist eng und der Sitz weiter sein sollte. (Der Twist ist der Teil des Sattels, der am inneren Oberschenkel liegt.)<\/p>\n<p>M\u00e4nner haben normalerweise keine besonderen Schwierigkeiten, einen passenden Sattel zu finden. Die Mehrzahl der englischen S\u00e4ttel auf dem Markt wird so gefertigt, wie immer, und das bedeutet, dass ein Reiter mit m\u00e4nnlicher Anatomie darin komfortabel und im Gleichgewicht sitzen sollte.<\/p>\n<p>Allgemein gesagt sucht ein Mann nach einem Sattel mit einem ziemlich weiten Twist und einem schmaleren Sitz, der zum m\u00e4nnlichen Becken passt. Nat\u00fcrlich gibt es Ausnahmen von der Regel.\u00a0Es ist zuerst einmal wichtig, dass sich der Reiter in einem Sattel wohl f\u00fchlt, danach muss der Sattel ans Pferd angepasst werden und das bedeutet in jedem Fall mehr, als nur die Beflockung zu ver\u00e4ndern.<\/p>\n<p>Der Sattel muss in den verschiedenen Schl\u00fcsselpositionen passen, etwa im Kissenkanal, in der L\u00e4nge etc. Wenn der Sattel aber dem Reiter nicht passt und dieser sich nicht wohl f\u00fchlt, dann ist es egal, wie gut er dem Pferd passt. Das Pferd wird dann einfach nicht voll leistungsf\u00e4hig sein, da sich das Unbehagen des Reiters aufs Pferd \u00fcbertr\u00e4gt.<\/p>\n<p>Ungl\u00fccklicherweise haben sich die meisten Dressurs\u00e4ttel in den letzten Jahrzehnten kaum weiter entwickelt, und wenn, dann nur in \u00c4u\u00dferlichkeiten. Die meisten Hersteller benutzen bis auf wenige Ausnahmen immer noch die gleichen Sattelb\u00e4ume, dieselbe Technologie, denselben Herstellungsprozess wie fr\u00fcher. Das ist wirklich paradox, wenn man ber\u00fccksichtigt, dass gerade in der Dressur die Mehrheit der reitenden Personen weiblich ist. Der Markt geh\u00f6rt der erwachsenen Reiterin! Zum Gl\u00fcck wird den Reiterinnen allm\u00e4hlich bewusst, dass Reiten erstens nicht wehtun muss und dass es zweitens Alternativen gibt und sich drittens die Reitsportindustrie \u00e4ndern wird, wenn die Kundschaft diese \u00c4nderungen nur laut genug einfordert!<\/p>","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Das weibliche Becken besitzt ein k\u00fcrzeres Steissbein und das H\u00fcftgelenk ist zur Seite gewinkelt, w\u00e4hrend das m\u00e4nnliche Becken ein l\u00e4ngeres Steissbein hat und die H\u00fcftgelenke steiler geformt sind, so dass das Bein gerade herab h\u00e4ngen kann. Die Anatomie ist genau wie das Geschlecht der reitenden Person ein entscheidender Bestandteil der Sattelpassform. M\u00e4nner haben es generell [&hellip;]<\/p>\n","protected":false},"author":1,"featured_media":2537,"comment_status":"closed","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"_acf_changed":false,"footnotes":""},"categories":[20],"tags":[],"class_list":["post-2533","post","type-post","status-publish","format-standard","has-post-thumbnail","hentry","category-blog"],"acf":[],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/schleese-sattel.de\/en\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/2533","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/schleese-sattel.de\/en\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/schleese-sattel.de\/en\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/schleese-sattel.de\/en\/wp-json\/wp\/v2\/users\/1"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/schleese-sattel.de\/en\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=2533"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/schleese-sattel.de\/en\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/2533\/revisions"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/schleese-sattel.de\/en\/wp-json\/wp\/v2\/media\/2537"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/schleese-sattel.de\/en\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=2533"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/schleese-sattel.de\/en\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=2533"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/schleese-sattel.de\/en\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=2533"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}