{"id":3043,"date":"2019-09-18T15:17:39","date_gmt":"2019-09-18T13:17:39","guid":{"rendered":"https:\/\/schleese-sattel.de\/?p=3043"},"modified":"2019-10-01T15:56:49","modified_gmt":"2019-10-01T13:56:49","slug":"westernsaettel-versus-englische-saettel","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/schleese-sattel.de\/en\/blog\/westernsaettel-versus-englische-saettel\/","title":{"rendered":"Westerns\u00e4ttel versus englische S\u00e4ttel"},"content":{"rendered":"<p>Westerns\u00e4ttel versus englische S\u00e4ttel \u2013 Wo liegen die Unterschiede?<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Als die Menschheit begann, Pferde zu reiten und S\u00e4ttel entwickelt wurden, die daf\u00fcr sorgten, dass die Reiter\/innen rittlings auf ihren Reittieren sa\u00dfen, war der Sinn eines Sattels, das Pferd bei seiner Arbeit zu unterst\u00fctzen. Die S\u00e4ttel wurden so gebaut, dass sie die Anforderungen, die man an das Pferd stellte, erf\u00fcllen halfen, sei es nun im Kampf, beim Transport oder im Sport. Da es nicht so praktisch war, in langen R\u00f6cken rittlings zu reiten und weil es sich f\u00fcr Frauen nicht geh\u00f6rte, mit gespreizten Beinen auf dem Pferd zu sitzen, wurden Damens\u00e4ttel erfunden, damit Frauen reiten konnten. In den letzten Jahren haben sich S\u00e4ttel vom funktionellen hin zum mehr modischen Design entwickelt. Sie sind mit Schmucksteinen oder mit Silber verziert. Und da sich in letzter Zeit die Demographie der Reiter ebenfalls ver\u00e4ndert hat und es \u00fcberwiegend Frauen sind, die reiten, spielen geschlechtsspezifische Erw\u00e4gungen auch beim Satteldesign f\u00fcr sowohl englische, als auch Westerns\u00e4ttel nun eine Rolle.<\/p>\n<h3>\n<a href=\"https:\/\/schleese-sattel.de\/en\/sattel\/westernsattel\/devin\/\">Westerns\u00e4ttel<\/a><\/h3>\n<p>In den unterschiedlichen Disziplinen des Westernreitens ist es f\u00fcr Reiter nichts Besonderes, etwas mehr Geld f\u00fcr das passende Aussehen ihres Sattels auszugeben. Die S\u00e4ttel sind schick und sch\u00f6n verziert. Das Grunddesign oder der Stil des Sattels kann dabei sowohl vom Sitz, als auch von der Fork, dem Swell, Horn, Cantle und den Skirts sehr variieren. Das h\u00e4ngt ganz von der Disziplin ab, f\u00fcr die der Sattel entworfen wurde. Alle Bestandteile des Sattels k\u00f6nnen sich passend zur jeweiligen Disziplin ver\u00e4ndern. Westerns\u00e4ttel werden nach der Bauart der Fork, dem geplanten Einsatz des Sattels, der Machart des Baums, der Pferderasse, des Materials und der Produktionstechnik eingeteilt. Im Folgenden sehen wir uns einige der am meisten verbreiteten Westernsatteltypen an und unterscheiden sie nach ihrem Einsatzgebiet.<\/p>\n<p>Cutting S\u00e4ttel werden f\u00fcr Reiter gebaut, die ein einzelnes Tier aus einer Herde heraus separieren wollen. Der flache Sitz und der ausgepr\u00e4gte Swell unterst\u00fctzen den Reiter dabei, im Gleichgewicht zu bleiben. Diese S\u00e4ttel sind nicht \u00fcberm\u00e4\u00dfig sicher, aber sie sind so entworfen, dass die Reiterin gut in der Balance bleiben kann und das Pferd w\u00e4hrend der Starts, Stops und Wendungen nicht st\u00f6rt. Sie k\u00f6nnen auch beim Umtreiben von Rindern und sogar bei der Reining eingesetzt werden, wenn das n\u00f6tig ist.<\/p>\n<p>Roping S\u00e4ttel sind f\u00fcr den extremeren Einsatz entworfen worden und bieten der Reiterin maximale Bewegungsfreiheit. Diese S\u00e4ttel m\u00fcssen mit einem sehr stabilen Baum und Horn ausgestattet sein und haben ein niedrigeres Cantle, damit man schnell absitzen kann. Der Sitz ist normalerweise tief und aus Wildleder, um besseren Halt zu bieten.<\/p>\n<p>Die S\u00e4ttel f\u00fcr das Barrel Racing sollen Geschwindigkeit erm\u00f6glichen. Das Cantle ist h\u00f6her, das Horn ist d\u00fcnner und l\u00e4nger (dadurch kann man sich besser daran festhalten) und Swell und Cantle sind so gestaltet, dass sie die Reiterin in der richtigen Position halten, so dass sie w\u00e4hrend der Wendungen im vollen Speed sicher sitzt. Viele dieser S\u00e4ttel bieten dem Pferd durch ihren weiteren Kissenkanal und die gr\u00f6\u00dfere W\u00f6lbung des Sattelbaums eine gr\u00f6\u00dfere Bewegungsfreiheit. Die Steigb\u00fcgelaufh\u00e4ngung ist weiter vorne angelegt, so dass die Reiterin Halt hat und die Beinarbeit unterst\u00fctzt wird. Frauen machen die Mehrzahl der Barrelracer aus, und deswegen sind S\u00e4ttel f\u00fcrs Barrelracing auch so schick und aus frechen Farben und Materialien gefertigt.<\/p>\n<p>Reining S\u00e4ttel haben h\u00f6here Cantle und niedrigere Swells. Der Sitz ist so geformt, dass die Reiterin weit nach hinten gesetzt wird und daher das Pferd wenig st\u00f6rt. Reining S\u00e4ttel machen viel Kontakt zum Pferd m\u00f6glich, so dass auch feinste Hilfen f\u00fcr akribisch ausgef\u00fchrte Figuren wie Circles, Spins oder Sliding Stops \u00fcbermittelt werden k\u00f6nnen.<br \/>\nF\u00fcr die etwas neuere Disziplin der Western Dressage werden der Schwerpunkt des Sitzes, das Cantle, Swell und Skirts so gebaut, dass die Reiterin weiter vorne und \u00fcber dem Gleichgewichtspunkt des Pferder\u00fcckens sitzt. Die Pferde bewegen sich in dieser Disziplin etwas anders als in anderen Westerndisziplinen. Der Pferdekopf soll sehr tief eingestellt sein, so dass der R\u00fccken sich aufw\u00f6lbt. Deswegen muss auch der Sattel ganz anders liegen, als in jeder anderen Westerndisziplin.<\/p>\n<p>In der Vergangenheit wurde beim Westernsattel vor allem darauf geachtet, dass er dem Reiter passt, da sich der Sattel kaum auf ein Pferd anpassen l\u00e4sst. Die wenigen M\u00f6glichkeiten, die es fr\u00fcher gab, um einen Sattel ans Pferd anzupassen, ersch\u00f6pften sich darin, dass man zwischen Quarter Bars, Semi-Quarter Bars, oder Arab Bars w\u00e4hlen konnte. Normalerweise wurden im Westernreiten Quarter Horses geritten, deren Zuchtlinien nicht untereinander gemischt wurden. Bestimmte Linien waren f\u00fcr bestimmte Jobs besser geeignet, als andere. Heutzutage ist es schwieriger, einen Westernsattel anzupassen, da in den unterschiedlichen Disziplinen viele unterschiedliche Rassen zum Einsatz kommen.<br \/>\nAuch die M\u00f6glichkeiten, die ein Westernreiter bei seinem Sattel hat, haben sich in den letzten Jahren erweitert.<\/p>\n<p>Die Bars k\u00f6nnen in sechs unterschiedlichen Formen geordert werden, die man noch einmal unendlich variieren kann.<br \/>\nSie beinhalten:<\/p>\n<p>die L\u00e4nge der Bars<br \/>\nden Twist der Bars. Der Ausdruck Twist wird bei Westerns\u00e4tteln anders eingesetzt, als bei englischen S\u00e4tteln. Der Brustkorb des Pferdes ist in der Schulterregion steiler gewinkelt, als weiter hinten Richtung R\u00fccken.<br \/>\nder \u201eRock\u201c, also die W\u00f6lbung des Baums<br \/>\ndie Weite der Bars<br \/>\ndas Weiterwerden der Bars vor dem Swell und hinter dem Cantle (\u201eFlare\u201c)<br \/>\nder Winkel der Bars (vor allem vorne)<\/p>\n<p>Die Sattlerei Schleese hat diese M\u00f6glichkeiten noch erweitert und bietet split bars an und split ground seats an, um sowohl Frauen als auch M\u00e4nnern ein bequemes Reiten im gleichen Sattelmodell zu erm\u00f6glichen und um die Anpassungsm\u00f6glichkeiten f\u00fcrs Pferd noch weiter zu verbessern.<\/p>\n<h3>\nEnglische S\u00e4ttel<\/h3>\n<p>Englische S\u00e4ttel haben sehr viel mehr unterschiedliche Variablen, von denen manche die gleichen Parameter haben wie Westerns\u00e4ttel, aber dennoch anders genannt werden. Dazu geh\u00f6ren zum Beispiel unter anderem die Sattelgr\u00f6\u00dfe, die L\u00e4nge und Lage der Sattelbl\u00e4tter, die H\u00f6he des Hinterzwiesels (oder Efters) und die Tiefe des Sitzes, die L\u00e4nge und Anzahl der Gurtstrippen, die Lage und L\u00e4nge der Sturzfedern oder geschlechtsspezifische Aspekte. Der Vielseitigkeitssattel hat in den letzten Jahren an Popularit\u00e4t verloren, da Reiter, die ihren Sport ernsthaft betreiben, auch mit dem richtigen Sattel f\u00fcr ihre Disziplin ausger\u00fcstet sein wollen. \u00dcblicherweise gab es den VS-Sattel in zwei Varianten, einmal mit dem Schwerpunkt Springen und zum zweiten mit dem Schwerpunkt Dressur. Diese S\u00e4ttel sollten zu folgenden Reiter\/innen passen:<\/p>\n<p>Anf\u00e4ngern, die noch nicht wissen, f\u00fcr welche Disziplin sie sich entscheiden<br \/>\nFreizeitreitern\/innen, die gelegentlich springen, aber vor allem ausreiten m\u00f6chten<br \/>\nReiter\/innen, die nur einen einzigen Sattel kaufen wollen, um alles damit zu machen, was sie m\u00f6chten<br \/>\nWirkliche Vielseitigkeitss\u00e4ttel f\u00fcrs Eventriding sowie reine Springs\u00e4ttel sind ganz anders gebaut. Sie m\u00fcssen vor allem am Vorderzwiesel genug Raum f\u00fcr den Widerrist und den Trapeziusmuskel lassen und sie m\u00fcssen Raum f\u00fcr ausreichend Schulterfreiheit bieten, damit beide Schultern sich \u00fcber dem Sprung gleichzeitig nach vorne\/hinten\/oben bewegen k\u00f6nnen.<\/p>\n<p>Auch wenn Close-Contact S\u00e4ttel in diesen beiden Disziplinen sehr beliebt sind, legen viele Reiter ihre S\u00e4ttel etwas zu weit nach vorne \u00fcber und auf die Pferdeschulter. Dadurch wird die Bewegungsfreiheit der Schulter behindert, und die Notwendigkeit, durch verschiedenste Pads den Hinterzwiesel so anzuheben, dass er wieder auf gleiche H\u00f6he kommt hat zur Folge, dass von Close-Contact am Ende keine Rede mehr sein kann.<\/p>\n<p>Der Cuttingsattel soll die Reiterin im Gleichgewicht halten und daf\u00fcr sorgen, dass sie das Pferd w\u00e4hrend der Cowwork nicht behindert.<\/p>\n<p>Auch Distanzs\u00e4ttel sind anders gebaut, da sich Distanzpferde in ihrem nat\u00fcrlichen Rahmen bewegen d\u00fcrfen und eine hohe Kopfhaltung, die den Pferden freie Sicht erm\u00f6glicht, \u00fcblich ist. Wenn der Kopf hoch getragen wird, sinkt der R\u00fccken ab und der Sattel muss anders aussehen, als ein Sattel f\u00fcr Dressurpferde, die mit aufgew\u00f6lbtem R\u00fccken und dem Genick als h\u00f6chstem Punkt gehen sollen. Auch die Muskulatur von Distanzpferden unterscheidet sich vollst\u00e4ndig von der eines Dressurpferdes, ebenso wie sich die eines Rennpferdes von der des Distanzpferdes unterscheidet. So wie menschliche Sprinter massiger aussehen, als Langstreckenl\u00e4ufer, gilt das auch f\u00fcr Pferde in vergleichbaren Disziplinen. Ihre S\u00e4ttel m\u00fcssen den unterschiedlichen Anforderungen Rechnung tragen. Renns\u00e4ttel sehen wieder anders aus, denn ein Jockey sitzt normalerweise nicht im Sattel, sondern steht fast ausschlie\u00dflich in den B\u00fcgeln.<\/p>\n<p>Klassische Dressur wird \u00fcberwiegend auf barocken Pferden geritten. Barocke S\u00e4ttel unterscheiden sich von konventionellen Dressurs\u00e4tteln, da Barockpferde f\u00fcr Lektionen jenseits von Piaffe, Passage, Galopppirouette, etwa f\u00fcr Capriole, Levade oder Courbette ihre Muskulatur anders einsetzen.<\/p>\n<p>Dressur ist die Basis jeder anderen Disziplin, auf franz\u00f6sisch bedeutet Dressage schlicht \u201eTraining\u201c. Die kleinste Ver\u00e4nderung des Sitzes oder der Balance kann die Ausf\u00fchrung der Lektionen beeinflussen. So wie das Ballett eine Grundvoraussetzung f\u00fcr alle T\u00e4nzer ist, so ist die Dressur f\u00fcr alle Reiter der englischen Disziplinen die Basis oder sollte es zumindest sein.<\/p>\n<p>Das technische Training ist anspruchsvoll, aber ohne gute Technik kommt man nicht weiter. Und so wie das Tragen guter Schuhe beim Tanzen wichtig ist, geht es beim Reiten nicht ohne einen gut angepassten Sattel. Dressurreiter nehmen diesen Punkt sehr ernst und lassen ihre S\u00e4ttel regelm\u00e4\u00dfig \u00fcberpr\u00fcfen. Dressurs\u00e4ttel werden von allen S\u00e4tteln wahrscheinlich am h\u00e4ufigsten in regelm\u00e4\u00dfigen Abst\u00e4nden neu angepasst, um einen korrekten Sitz zu gew\u00e4hrleisten. Dies ist ungef\u00e4hr mit den Boxenstops von Rennwagen vergleichbar, st\u00e4ndige und regelm\u00e4\u00dfige Wartung und Regulierung erm\u00f6glicht auch eine konstante Leistung von Pferd und Reiterin.<\/p>\n<p>Die Hauptgemeinsamkeit zwischen Westerns\u00e4tteln und englischen S\u00e4tteln besteht unabh\u00e4ngig von der reiterlichen Disziplin darin, dass sie das Gewicht von Sattel und Reiter auf einer gro\u00dfen Sattelunterst\u00fctzungsfl\u00e4che verteilen sollen (den Kissen), ohne \u00fcberm\u00e4\u00dfigen Druck empfindliche Regionen auszu\u00fcben. Der Sattel soll die horizontale Wirbels\u00e4ule des Pferdes und die vertikale Wirbels\u00e4ule der Reiterin aufeinander abstimmen, so dass sich beide in v\u00f6lliger Harmonie bewegen k\u00f6nnen, um jedwedes Ziel zu erreichen, das die Reiterin in der von ihr gew\u00e4hlten Disziplin erreichen m\u00f6chte.<\/p>","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Westerns\u00e4ttel versus englische S\u00e4ttel \u2013 Wo liegen die Unterschiede? &nbsp; Als die Menschheit begann, Pferde zu reiten und S\u00e4ttel entwickelt wurden, die daf\u00fcr sorgten, dass die Reiter\/innen rittlings auf ihren Reittieren sa\u00dfen, war der Sinn eines Sattels, das Pferd bei seiner Arbeit zu unterst\u00fctzen. 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