{"id":7041,"date":"2023-08-17T15:54:50","date_gmt":"2023-08-17T13:54:50","guid":{"rendered":"https:\/\/schleese-sattel.de\/?p=7041"},"modified":"2024-02-02T12:02:25","modified_gmt":"2024-02-02T10:02:25","slug":"sattel-sattelanpassung-und-ihre-mythen","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/schleese-sattel.de\/en\/blog\/sattel-sattelanpassung-und-ihre-mythen\/","title":{"rendered":"Sattel \u2013 \/Sattelanpassung und ihre Mythen"},"content":{"rendered":"<p>Es existieren um das Thema Sattel und Sattelanpassung viele Meinungen und Mythen. Doch was davon ist korrekt und welche Dinge sollten wir genauer hinterfragen?<\/p>\n<p>In fast jeder zweiten Fachzeitschrift gibt es ein \u201eSattel-Special\u201c mit wieder neuen oder sogar sich widersprechenden Informationen.<\/p>\n<p>Wir wollen etwas Licht ins Dunkel bringen und kl\u00e4ren hier die gewachsenen Sattel-\/ oder Anpassungsmythen auf, die wir Sattel Ergonome\u00ae am h\u00e4ufigsten h\u00f6ren.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<ol>\n<li>\u201eMein Pferd braucht eine 30-iger Kammer\/-weite\u201c<\/li>\n<\/ol>\n<p>Was genau ist denn eigentlich eine Kammerweite? Diese Frage zu beantworten ist nicht so einfach. Denn es ist keine feste Gr\u00f6\u00dfe wie die Sitz- oder Baumgr\u00f6\u00dfe, die bei allen Sattelherstellern einheitlich festgelegt sind. Um es ganz genau zu beschreiben, ist es der obere Abstand zwischen den vertikalen Kissen (s. Abbildung 1).<\/p>\n<p><img fetchpriority=\"high\" decoding=\"async\" class=\"size-medium wp-image-7042 alignright\" src=\"https:\/\/schleese-sattel.de\/wp-content\/uploads\/Kammerweite_Ortsweite-300x300.png\" alt=\"\" width=\"300\" height=\"300\" srcset=\"https:\/\/schleese-sattel.de\/wp-content\/uploads\/Kammerweite_Ortsweite-300x300.png 300w, https:\/\/schleese-sattel.de\/wp-content\/uploads\/Kammerweite_Ortsweite-1024x1024.png 1024w, https:\/\/schleese-sattel.de\/wp-content\/uploads\/Kammerweite_Ortsweite-150x150.png 150w, https:\/\/schleese-sattel.de\/wp-content\/uploads\/Kammerweite_Ortsweite-768x768.png 768w, https:\/\/schleese-sattel.de\/wp-content\/uploads\/Kammerweite_Ortsweite-12x12.png 12w, https:\/\/schleese-sattel.de\/wp-content\/uploads\/Kammerweite_Ortsweite.png 1080w\" sizes=\"(max-width: 300px) 100vw, 300px\" \/><\/p>\n<p>Und dieser Abstand soll bei Ihrem Pferd 30 cm betragen? \u2013 Das ist h\u00f6chst unwahrscheinlich. Deutlich wahrscheinlicher hingegen ist es, das mit diesen 30 cm die Ortsweite gemeint ist. Und diese ist wieder an einer anderen Stelle. Sie beschreibt den Abstand zwischen den Ortsenden \u2013 also den Enden des Sattelbaums. Dies ist wiederum bei jedem Hersteller oder schon bei jedem Sattelmodell unterschiedlich.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Nachdem wir nun gekl\u00e4rt haben, wovon wir genau sprechen, geht es nun darum, warum sprechen wir dar\u00fcber?<\/p>\n<p>Die Kammerweite und Ortsweite sind abh\u00e4ngig vom Baum oder vom Kopfeisen. Dieser muss in Baumweite und Baumwinkel zur aktuellen Anatomie des Pferdes passen.<\/p>\n<p>Um genau zu sein muss es zur breitesten Stelle der Schulter und dem Schulterwinkel des Pferdes passen. Da sich die Anatomie der Pferde gerade im Schulterbereich schnell und auch deutlich ver\u00e4ndern kann, sollte immer vor Ort nachgemessen werden um zu wissen wie die Baumweite und der Baumwinkel angepasst werden muss.<\/p>\n<p>Damit haben wir schon den ersten Mythos aufgekl\u00e4rt. Es ist nur einer von vielen, aber ein wichtiger. Doch was h\u00f6ren wir noch oft im Alltag, was wir gerne allgemein aufkl\u00e4ren m\u00f6chten.<\/p>\n<ol start=\"2\">\n<li>\u201eMein Sattel wippt\u201c \u2013 Ein Satz den wir leider sehr oft h\u00f6ren. Wippt der Sattel, oder hat er Bewegung? Denn komplett ruhig sollte der Sattel <strong>nicht<\/strong> Warum? Weil wir das Pferd gesund reiten m\u00f6chten, und damit auch Bewegung im R\u00fccken haben m\u00f6chten. Doch wie soll sich etwas bewegen, wenn wir den Sattel \u201efesttackern\u201c? Das ist die Frage der Fragen. Aber ganz einfach zu beantworten: gar nicht. Wenn der Sattel der nat\u00fcrlichen R\u00fcckenbewegung nicht folgen kann, wird das Pferd nicht ad\u00e4quat \u00fcber den R\u00fccken gehen. Allerdings darf der Sattel auch nicht offensichtlich wippen. Optimal ist es, wenn der Sattel der nat\u00fcrlichen R\u00fcckenbewegung des Pferdes folgt. Also nicht gleich Panik bekommen, wenn der Sattel im hinteren Bereich ein wenig Bewegungsspielraum hat.<\/li>\n<\/ol>\n<p>Apropos der Bewegung des Pferder\u00fcckens folgen \u2013 Wer hat das auch schon mal geh\u00f6rt:<\/p>\n<ol start=\"3\">\n<li>\u201eDie Sattelkissen sind mit einer Br\u00fccke gepolstert (mittig keine Auflage) damit das Pferd den R\u00fccken aufw\u00f6lben kann\u201c<\/li>\n<\/ol>\n<p>Klingt ja im ersten Moment gar nicht so schlecht. Doch spielen wir das mal gemeinsam durch. Wenn der Sattel mittig hohl liegt, dann haben wir punktuellen Druck im vorderen und im hinteren Bereich des Sattels. Genau dort, wo wir tendenziell weniger Druck haben m\u00f6chten. So entstehen Druckspitzen. Gerade diese Druckspitzen f\u00fchren jedoch dazu, dass der R\u00fccken des Pferdes gar nicht erst hochkommen kann. Denn was wollen wir nicht auf dem Pferder\u00fccken? \u2013 punktuellen Druck. Mal ganz abgesehen davon, dass wir ja keine Katze reiten. Der Pferder\u00fccken hebt sich seitenwechselnd mit jedem Schritt. Und genau dieser Bewegung soll der Sattel folgen. Aber bitte keinen punktuellen Druck.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Wenn wir gerade beim Thema Polsterung sind, kl\u00e4ren wir doch gleich den n\u00e4chsten Mythos \u00fcber Sattelanpassung auf:<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<ol start=\"4\">\n<li>\u201eDie Polsterung des Sattels f\u00fcr mein Pferd muss besonders weich sein\u201c<\/li>\n<\/ol>\n<p>Eben haben wir schon kurz \u00fcber Druck gesprochen. Nur um es zu verdeutlichen erkl\u00e4re ich die Druckverteilung mithilfe des folgenden Szenarien:<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td width=\"302\">Szenario I<\/td>\n<td width=\"302\">Szenario II<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td width=\"302\">Wir stellen einen Stuhl in den Sand<\/td>\n<td width=\"302\">Wir legen erst ein Brett auf den Sand und stellen danach den Stuhl darauf.<\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Was denkt Ihr was im ersten Szenario passiert? Genau, die Stuhlbeine sinken in den Sand ein. Wenn wir jedoch ein Brett darunterlegen, verteilt das Brett das Gewicht der vier Stuhlbeine auf der Gesamtfl\u00e4che des Brettes und verhindert somit das einsinken.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Wenn wir also eine \u201ew\u00f6lkchen-weiche\u201c Polsterung der Sattelkissen haben, passiert das gleiche wie mit dem Stuhl im ersten Szenario. Es ist zu viel Luft im Sattelkissen, sodass bei Gewicht im Sattel die Wolle weggedr\u00fcckt wird, wir viel punktuellen Druck haben und \u201eeinsinken\u201c. Dennoch wollen wir kein Brett auf den Pferder\u00fccken legen. Wie fest oder weich genau Euer Sattel gepolstert werden sollte h\u00e4ngt aber noch von einigen weiteren Faktoren ab. Fakt ist aber \u2013 nicht zu weich!<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Es existieren um das Thema Sattel und Sattelanpassung viele Meinungen und Mythen. Doch was davon ist korrekt und welche Dinge sollten wir genauer hinterfragen? In fast jeder zweiten Fachzeitschrift gibt es ein \u201eSattel-Special\u201c mit wieder neuen oder sogar sich widersprechenden Informationen. 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