Wenn der Sattel nicht passt

von Redaktion

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Wenn der Sattel nicht passt

Dr. Carol Vischer, die eine zertifizierte Ausbildung in Akupunktur und Wirbelsäulenmanipulation absolviert hat, steuerte einen Artikel zu meinem Buch “The Silent Killer-Sattelanpassung nur für den Moment” (Kosmos, 2017) bei. Sein Titel ist „Die Haut des Pferdes zeigt uns, ob es Schmerzen hat oder nicht“. Sie sagt darin, „ich hoffe, dass sich immer mehr Pferdebesitzer durch Ausbildung und die Aneignung von Fachwissen der Schädigungen bewusst werden, die durch andauernden Druck zwangsläufig entstehen.“ Einige der Anzeichen sehen Sie weiter unten, aber wenn Ihr Pferd bereits Beulen, Blasen und Stichelhaare entwickelt hat, sollte sein Hilfeschrei Sie schon erreicht haben. Diese Symptome zeigen sich, wenn es bereits Schaden genommen hat, so wie Sie ja auch Blasen von einem Schuh bekommen, der nicht passt. Sie bemerken sicher schon früh, dass der Schuh nicht wirklich gut sitzt, dann tut es weh und Sie nehmen den Schmerz wahr oder gehen darüber hinweg und wenn Sie den Schuh dann ausziehen, sehen Sie die Blase.
Pferde haben einen wesentlich besseren Tastsinn als Menschen. Denken Sie an seine Reaktion, wenn eine Fliege auf ihm landet. Die Fliege wiegt wirklich fast nichts und dennoch zuckt das Pferd mit einem Muskel, um sie zu vertreiben. Es steht außerfrage, dass ein Pferd den leisesten Druck verspürt und auf kleinste Gewichtsverlagerungen reagiert, wenn sein Reiter ihm Hilfen gibt. Fast wie bei der Prinzessin auf der Erbse! Nun können Sie sich sicher auch vorstellen, wie schmerzhaft es sein muss, wenn eine zusammengeklumpte Kissenfüllung ständig in den Pferderücken drückt. Wenn ein Pferd eine Reiterhilfe ignoriert, kann das ein Ausbildungsproblem sein, weil ihm nicht klar ist, was von ihm erwartet wird. Es kann aber auch daran liegen, dass der Sattel ständigen Druck auf einen Reflexpunkt ausübt und das Pferd gegen Druck abgestumpft ist. Der Sattel als Verbindung zwischen Pferd und Reiter kann schlimmste anatomische und physiologische Schäden verursachen, wenn er nicht mehr passt.
Ich höre oft von Reitern, dass sie ihr Pferd zuerst 15 Minuten lang aufwärmen müssen, bevor wir dann anschließend die Sattelpassform beurteilen können. Für mich heißt das, dass das Pferd in Wirklichkeit so lange gelöst werden muss, um sich daran zu gewöhnen, dass der Sattel an einer Stelle drückt und Schmerz verursacht. Mit anderen Worten, es soll stumpf gegenüber der schlechten Sattelpassform werden, bevor ich meine Arbeit tun kann.
Knorpelschäden, gequetschte Nerven, subluxierte Wirbel oder Zungenprobleme sind nur einige Punkte, die zu weiteren Verhaltensstörungen und psychischen Veränderungen beim Pferd führen können. Abgesehen von den physiologischen Schäden machen sie eine Harmonie zwischen Reiter und Pferd nahezu unmöglich, weil das Pferd gegen den Sattel ankämpft. Die Bilder zeigen diese irreversiblen Schäden, die ein Ergebnis nicht passender Sättel sind.

1. Diese Schweißflecken rühren von beschädigten Schweißdrüsen durch unkorrektes Gurten und einem fehlerhaften Gurtstrippensystem.
2. Schäden an den Bändern der Wirbel und der Wirbelsäule. Sie wurden durch zu viel Druck auf die Dornfortsätze der Wirbel verursacht.
3. Ein zu langer Sattel hat hier zusammen mit unkorrektem Training dazu geführt, dass die Muskulatur der Lendenregion ungewöhnlich stark entwickelt ist.
4. Die Muskelentwicklung in der Lendenregion war eine Folge des zu engen Kissenkanals. Die Kuhle an der Kruppe ist nicht erwünscht, die Kruppe soll normalerweise schön gleichmäßig gerundet sein.
5. Weiße Haare, entstanden durch eine Sattelunterlage, die entweder zu dick ist oder aus nicht atmungsaktivem, synthetischen Material gefertigt wurde
6. Permanente Muskelkontraktion führt zu einer fehlerhaft ausgeprägten Rumpfmuskulatur, die durch einen Sattel verursacht wurde, der am Widerrist oder an der Wirbelsäule drückt.
7. Sichtbare Folgen eines Sattels, der für dieses Pferd zu lang ist und zu viel Druck auf den 18. Brustwirbel oder dahinter ausübt.
8. Subluxation von Lendenwirbeln als Folge von Druck auf den elften Hirnnerv, der dazu führt, dass das Pferd instinktiv seine Bewegung blockiert, obwohl es dennoch auf die Reiterhilfen reagiert und vorwärts geht. Es ist, als liefe es mit angezogener Handbremse. Es geht zögernd vorwärts, die Schäden zeigen sich erst später.
Das Ziel der Sattelanpassung muss es sein, Unbehagen und Verhaltensproblemen vorzubeugen, Druck auf Reflexpunkte zu vermeiden und das Reitergewicht gleichmäßig auf der Sattelauflagefläche zu verteilen. Hören Sie auf das, was Ihr Pferd Ihnen zu sagen versucht und stellen Sie sicher, dass die Passform Ihres Sattels regelmäßig überprüft wird.

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