Tipps zur Sattelkontrolle – Tipp 2: Widerristfreiheit

von Redaktion

Tipps zur Sattelkontrolle – Tipp 2: Widerristfreiheit

von Redaktion

Widerristfreiheit – Tipp 2

Widerristfreiheit wird häufig missverstanden. Man kann es gar nicht oft genug sagen. Natürlich möchten wir alle, dass unsere Sättel eine angemessene Widerristfreiheit haben und nicht am Widerrist drücken. Allerdings verstehen nur wenige, was Widerristfreiheit bedeutet. Ich habe dieses Thema zwar schon früher behandelt, aber es ist so wichtig, dass ich es hier noch einmal wiederholen werde.

Der Abstand zwischen der Unterseite des Vorderzwiesels und der Oberseite des Widerrists sollte mindestens zwei bis drei Finger betragen. Der gleiche Abstand sollte zwischen der gesamten Seite des Widerrists zum Sattelkissen bestehen.

Viele von uns haben gelernt, dass zwischen unserem Sattel und dem oberen Ende des Widerrists drei Finger Platz haben müssen. Wir haben aber nicht gelernt, dass dies auch für die Seiten des Widerrists gilt.

Warum ist das so wichtig? Wenn ein Pferd sich bewegt, rotiert das Schulterblatt nach oben und hinten. Der Sattel muss an den Seiten des Widerrists für diese Schulterblattrotation Raum lassen. Wenn Sie sehen wollen, wie sehr die Schulter Ihres Pferdes in der Bewegung nach hinten oben rotiert, stellen Sie sich seitlich von Ihrem Pferd an seine Schulter und markieren Sie das Schulterblatt mit weißer Kreide.

Lassen Sie dann jemanden das Vorderbein Ihres Pferdes nach vorne ziehen und markieren Sie die neue Position des Schulterblattes. Wenn Sie die beiden Markierungen vergleichen, werden Sie sehen, wie viel weiter zurück das Schulterblatt nun liegt.

Wenn man das Vorderbein nach vorne zieht, zeigt sich, wie stark die Pferdeschulter in der Bewegung nach hintenoben rotiert. Sie können diese Positionsveränderung mit Kreide nachzeichnen.

Im Idealfall sollten wir zwei bis drei Finger Raum oben und an den Seiten des Widerrists haben. Um die seitliche Widerristfreiheit zu bestimmen, legen wir die Finger an einen Punkt, der gerade oberhalb des Anfangs der Sattelkissen liegt. Bei Pferden oder Ponys mit flachem Widerrist können es auch vier bis fünf Finger Widerristfreiheit sein.

Hat der Sattel keine seitliche Widerristfreiheit oder keinen seitlichen Raum, ist das Pferd in seiner Bewegung behindert. Es ist ihm nicht möglich, seine Schulter frei zu bewegen. Ein Pferd, dessen Sattel am Widerrist zwickt oder drückt, geht wahrscheinlich zögerlich vorwärts. Extremere Anzeichen für mangelnde Widerristfreiheit sind Stellen mit weißen Haaren (nicht einzelne weiße Haare) oder wunde Stellen oben oder seitlich am Widerrist.

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